Herne unterzeichnet Konsensvereinbarung
22. September 2020
Gladbeck: Perfektes Zusammenspiel beim ehem. RBH-Areal
12. November 2020

Soest: Gelungene Mischung aus Wohnen und Gewerbe für STRABAG-Gelände gefunden

(Foto: Blossey, Dahm / Montage: Dahm)

Einst als Flächenpool-Pilotprojekt gestartet, nimmt die Entwicklung des ehemaligen STRABAG-Geländes in Soest in der jüngsten Vergangenheit konkrete Formen an. Die seit Jahren brachliegende Fläche rund um die so genannte „Deutschlandhalle“ (durch einen Großbrand im Jahr 2018 komplett zerstört) wurde bereits ab 2010 in der Pilotphase des Flächenpool NRW (heute Bau.Land.Partner) betreut.

Aufgrund der vorherrschenden Restriktionen und der unklaren Entwicklungsperspektive des Umfelds sowie der vorhandenen Bodenbelastungen aus den Vornutzungen konnte seinerzeit lediglich eine Zwischennutzung der Fläche realisiert werden. Gleichwohl hatte die Stadt immer ein Erwerbsinteresse an der 8 ha großen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und zur Innenstadt liegenden Fläche, handelt es sich doch lagebedingt um ein städtebauliches Filetstück. Schließlich konnte auf Basis der damals durch den Flächenpool NRW erarbeiteten Grundlagen und erreichten Erkenntnisse das Areal letztendlich durch die Stadt Soest erworben werden, womit der Grundstein für die weitere positive Entwicklung und Aufbereitung der Fläche gelegt war.

Ende 2019 richtete das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBG) einen Landeswettbewerb aus. „Wohnen und Arbeiten am Bahnhof Soest – Revitalisierung einer Stadtbrache“, so lautete die Aufgabe der Architektenkammer NRW. Aufgrund des anhaltend hohen Wohnungsbedarfes auch im ländlichen Raum fand der Wettbewerb dieses Mal nicht wie meist üblich in einer Großstadt, sondern in der rund 48.000 Einwohner zählenden Stadt Soest statt. Das Soester Projekt sei außerdem beispielhaft für die Revitalisierung einer Brachfläche, den Bau geförderten Wohnraums in unterschiedlichen Größen und der besonderen Anforderungen an die Unterbringung des ruhenden Verkehrs, so Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.

In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH als Grundstückseigentümerin sowie der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen wurden zunächst die Rahmenbedingungen erarbeitet und darauf aufbauend unterschiedliche Lösungsansätze für die Entwicklung der Fläche vorgeschlagen. Die 8 Hektar große Brache erfüllt alle Kriterien, die von der Landesregierung im Zusammenhang mit der Entwicklung von Wohnraum aktuell priorisiert werden: Brachfläche, zentrale Lage und die unmittelbare Nähe zu einem SPNV-Haltepunkt.

Konkret sollten im Rahmen des Wettbewerbes Lösungen für ein an unterschiedliche Einkommens- und Zielgruppen gerichtetes Wohnangebot entwickelt werden, ergänzt durch Angebote im Dienstleistungssektor. Zusätzlich ging es um die freiraumplanerische Einbindung eines für die Altlastensanierung notwendigen Landschaftsbauwerkes und die Schaffung hochwertiger Freiraumqualitäten.

Die Sieger des Landeswettbewerbs stehen seit Monaten fest (Sackmann Payer GbR aus Berlin und das Büro Querfeld Eins, Dresden), Ende August bekamen sie, Corona bedingt mit Verzögerung und unter besonderen Umständen, im Beisein von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach ihre Auszeichnungen überreicht. Zwölf Stunden brauchte die Fachjury seinerzeit, um den Sieger des Landeswettbewerbs zu küren. Gegen diese zwölf Stunden waren die wenigen Minuten, die der Stadtentwicklungsausschuss (StEA) brauchte, um einstimmig zu beschließen, den Siegerentwurf als Basis der Bauleitplanung zu übernehmen, geradezu ein Klacks – war man sich doch von Anfang an einig, dass die Entwicklung der alten STRABAG-Brache eine große Chance für die Stadt ist.

Insgesamt wird auf der Projektfläche ein attraktives neues Bahnhofsquartier entstehen, das Arbeiten und Wohnen nachhaltig zusammendenkt und unterschiedliche Wohnformen sowie freifinanzierten und geförderten Wohnungsbau mischt. Voraussichtlich kann im nächsten Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Der erste Schritt, die Entsorgung der Altlasten, ist bereits im Gange.